Frau beim morgendlichen Yoga – Wechseljahre natürlich begleiten

Wechseljahre natürlich begleiten: Pflanzliche Hilfe bei Beschwerden

Was passiert in den Wechseljahren?

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind eine natürliche Lebensphase, die jede Frau durchläuft, meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. In dieser Zeit stellt der Körper die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron schrittweise ein. Diese hormonelle Umstellung kann verschiedene Beschwerden mit sich bringen, die Wochen, Monate oder auch Jahre andauern können.

Typische Beschwerden in den Wechseljahren

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Das häufigste Symptom, das einen Großteil der Frauen betrifft
  • Schlafstörungen: Nächtliches Schwitzen und innere Unruhe stören den Schlaf
  • Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Gewichtszunahme: Der verlangsamte Stoffwechsel führt oft zu Gewichtszunahme, besonders am Bauch
  • Trockene Haut und Schleimhäute: Der sinkende Östrogenspiegel kann Haut und Schleimhäute austrocknen
  • Gelenkbeschwerden: Hormonelle Veränderungen können Gelenkschmerzen begünstigen
  • Konzentrationsprobleme: Der berüchtigte „Brain Fog“ der Wechseljahre

Pflanzliche Wirkstoffe für die Wechseljahre

Rotklee-Isoflavone

Rotklee enthält Isoflavone, sogenannte Phytoöstrogene. Diese Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem körpereigenen Östrogen. Einige Studien deuten darauf hin, dass sie Hitzewallungen mildern können, die Ergebnisse sind allerdings nicht einheitlich.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Mönchspfeffer wird seit Jahrhunderten traditionell bei hormonellen Beschwerden verwendet, vor allem rund um den Zyklus. Viele Frauen greifen deshalb auch in der Perimenopause, also den Jahren vor der letzten Regelblutung, darauf zurück.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Die Traubensilberkerze gehört zu den am besten untersuchten Heilpflanzen rund um die Wechseljahre. Als pflanzliches Arzneimittel ist sie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen zugelassen. Wer Lebererkrankungen hat, sollte die Einnahme vorher ärztlich abklären.

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl ist reich an Gamma-Linolensäure (GLA), einer Omega-6-Fettsäure. Es wird traditionell zur Pflege trockener, empfindlicher Haut verwendet und ist deshalb bei vielen Frauen in den Wechseljahren beliebt.

Salbei

Salbei wird traditionell bei übermäßigem Schwitzen eingesetzt. Viele Frauen nutzen ihn deshalb auch bei Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen, zum Beispiel als Tee oder Extrakt.

Wichtige Nährstoffe in den Wechseljahren

Nährstoff Bedeutung in den Wechseljahren
Vitamin D3 + K2 Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei
Calcium Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt
Magnesium Trägt zu einer normalen Muskelfunktion, zur normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
B-Vitamine Tragen u. a. zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen psychischen Funktion bei
Omega-3 (EPA und DHA) Tragen zu einer normalen Herzfunktion bei (ab 250 mg täglich)
Eisen Trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei, besonders relevant bei starken Blutungen in der Perimenopause

Worauf du bei pflanzlichen Präparaten achten solltest

  • Qualität: Achte auf standardisierte Extrakte mit klar angegebener Menge pro Tagesdosis und auf Herstellung in Deutschland oder der EU.
  • Geduld: Pflanzenstoffe wirken nicht über Nacht. Plane mindestens zwei bis drei Monate ein, bevor du Bilanz ziehst.
  • Rücksprache: Wenn du Medikamente einnimmst, eine Hormontherapie machst oder in deiner Vorgeschichte eine hormonabhängige Erkrankung hattest, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das gilt besonders für Präparate mit Phytoöstrogenen.
  • Kombination: Nimm nicht mehrere Präparate mit denselben Pflanzenstoffen gleichzeitig ein.

Lebensstil-Tipps für die Wechseljahre

  • Regelmäßige Bewegung: Sport kann Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme positiv beeinflussen. Besonders empfehlenswert ist Krafttraining für starke Muskeln und Knochen.
  • Ausgewogene Ernährung: Phytoöstrogenreiche Lebensmittel (Soja, Leinsamen), viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte
  • Stressmanagement: Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, gelassener mit Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen umzugehen
  • Ausreichend Schlaf: Feste Schlafzeiten, ein kühles Schlafzimmer und atmungsaktive Nachtwäsche
  • Alkohol und Koffein reduzieren: Beide können Hitzewallungen verstärken

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Pflanzliche Präparate und ein bewusster Lebensstil können diese Zeit begleiten. Bei starken Beschwerden solltest du aber ärztlichen Rat einholen, besonders wenn:

  • Die Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen
  • Ungewöhnliche Blutungen auftreten
  • Depressive Verstimmungen anhalten
  • Starke Gelenkschmerzen oder Herzklopfen auftreten

Fazit

Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, die nicht zwangsläufig mit starken Beschwerden einhergehen muss. Pflanzen wie Rotklee, Mönchspfeffer und Traubensilberkerze werden seit langem eingesetzt und können, zusammen mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und genügend Schlaf, ein Baustein sein, um diese Zeit bewusst und gut zu begleiten.

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